Ich bin ein Schwein, ich bin bestechlich.

Sicher werden viele aufschreien "Wie kannst du nur". Aber ich sage es, wie es ist, ich bin bestechlich. Und die Wahrheit ist: Jeder ist bestechlich.

Jetzt werden sich sicher viele fragen, wie in der heutigen Welt mit unseren moralischen Grundsätzen es jemand überhaupt wagen kann, eine solche These über sich selbst und über den Rest der Menschheit aufzustellen. Aber wieso sollte ich so etwas sagen?!

Denken wir einmal nach, was ist denn Bestechlichkeit überhaupt?! Bestechlichkeit ist in meiner Gedankenwelt: Eine Leistung zu erbringen für eine Gegenleistung.

Ich werde also unter der Versprechung einer Belohnung, welcher Art auch immer, dazu gebracht, meinerseits etwas zu tun. Soweit, so harmlos, so alltäglich.

Und nun zu meiner zweiten These: Jeder Mensch ist bestechlich. Jeder Mensch leistet etwas für eine Gegenleistung. Diese Gegenleistung muss nicht materieller Natur sein, das kann auch einfach nur ein "Danke" sein oder ein Lächeln.

Was viele allerdings mit Bestechlichkeit in einen Topf schmeissen (und was meiner Meinung nach auch juristisch totaler Blödsinn ist), ist, dass Grundsätze verletzt, Geheimnisse verraten werden für eine gewisse, meist monetäre, Bevorzugung. Dies ist aber meines Erachtens etwas anderes, nämlich schlicht und ergreifend Verrat. Man verrät Grundsätze, die man zu schützen gedacht hat (Vetternwirtschaft), man verrät Geheimnisse, man verrät sich selbst.

Verrat per se halte ich für verwerflich, Bestechlichkeit per se ist neutral und Bestandteil des heterotrophen Lebens, ohne geht es nicht.

Deswegen: Seid ehrlich zu euch selbst, schämt euch nicht eurer Bestechlichkeit und bemüht euch, keine Verräter zu sein.


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