Der Wahnsinn nahm seinen Anfang...

Dinosaurier, © Wolfgang Trampert / PIXELIO
Nein, so alt bin ich dann doch nicht.
© Wolfgang Trampert / PIXELIO

... am Anfang war das Wort. In diesem Fall war es ein lautes, kräftiges "wahhhhhhh".

Mit diesem eloquenten Thesaurus ausgestattet quälte ich meine Eltern seit dem 11.03.1978 (ein Samstag, es gab Linsen mit Spätzle zum Mittagessen, theoretisch) mehrere Jahre, bis meine Unabhängigkeit (Mutter durfte auf Kindersuche gehen), Wortschatz ("will ich haben" wurde schnell durch "das könnte ich aber gut gebrauchen" ersetzt) und mein Hunger (daher auch der Kosename "Wampertinger") immer grösser wurde.

Nach der üblichen Laufbahn Kindergarten - Grundschule - Gymnasium - Studium bin ich dann auch irgendwann im Leben angekommen.

Die Hobbies haben sich mit den Jahren auf die Gebiete Literatur (vornehmlich die "Schundbereiche" Science Fiction, Fantasy und historische Romane nebst Comics), Filme, Computer und gutes Essen ausgedehnt.

Mit diesem prallen Fundus an Fähigkeit und dem breitgefächerten Interessengebiets eines freilaufenden Kellerkindes habe ich mich in die große weite Welt gewagt und - man glaube es kaum - trotz aller Widrigkeiten auch geheiratet. Am 2.12.1999 hat mir meine damalige Verlobte Ana Paula die Ehre erwiesen, meine Frau zu werden.

Mit der Ehe kam auch mehr Verantwortung in mein noch sorgloses und unbeschwertes Leben, weswegen ich von da ab Vollzeit bei Flad & Flad Communication gearbeitet habe. Mehrere Jahre habe ich mich um Mail- & Webserver, Fileserver und Datenbankserver und auch diverse Homepageauftritte gekümmert, habe mein Wissen um HTML, CSS, JavaScript, PHP, Perl, usw. stets erweitert und habe mich somit immer bemüht, am Puls der Zeit zu bleiben. 

Nachdem 2005 die endgültige Trennung mit meiner Frau vollzogen war, habe ich mich mehr auf meine Arbeit konzentriert und habe in ersten Projekten ab 2006 das Content Management System TYPO3 kennenlernen können. Ein mächtiges, wenn auch nicht ganz einfaches System, welches ich auch zur Erstellung dieser Seiten verwendet habe (ja, richtig, kein Wordpress).

Herz © Dieter Schütz / PIXELIO
Nennt mich ruhig kitschig
© Dieter Schütz / PIXELIO

Da kein Mensch gerne alleine ist und ich eigentlich schon immer mehr Glück als Verstand hatte, habe ich gegen Mitte 2006 meine wunderbare Susanne kennengelernt, so schön und klug wie energisch, eine Frau, die man einfach nur lieben kann. Schatz, ich liebe dich!

2007 kam dann der Wechsel zu der Firma Nureg - weniger PHP, mehr Perl, mehr Chaos (ich dachte, das ginge eigentlich nicht). Nachdem dieser Auftritt nur kurz gedauert hat (9 Monate) war ich einige Zeit auf Suche nach einer adäquaten Stelle.

Anfang 2008 kam dann der erste große Schock - der Tod meiner Mutter. Schon als Kind war mir die Sterblichkeit meiner Mutter bewusst gewesen, da sie solange ich mich erinnern kann Dialysepatientin war. Laut der Aussage des Arztes hatte sie damals noch 3 bis maximal 5 Jahre zu leben - es wurden knapp 30 daraus. Ich war dankbar für jeden Tag, den ich zusammen mit ihr erleben durfte (auch wenn wir nicht immer einer Meinung waren), und obwohl ich die Möglichkeit ihres Ablebens immer vor Augen hatte hat mich das Ereignis doch sehr getroffen.

Glücklicherweise kamen dann auch bessere Zeiten, denn ich fand einen neuen Platz bei der Firma DROW - wieder als Softwareentwickler, diesmal weniger im Bereich der Administration. Dort kam ich auch mehr mit den großen Web2.0-Blasen in Kontakt wie Blogs, Ajax für jede Kleinigkeit, Tagclouds und andere 08/15 Web1.0-Spielereien, die dank Marketing künstlich aufgebauscht und als der neue Trend deklariert wurden.

Ende 2008 kam dann der nächste Schock - der überaus plötzliche und unerwartete Tod meines Vaters. Meine Eltern waren über 30 Jahre glücklich miteinander verheiratet gewesen und der Tod meiner Mutter hatte meinem Vater sehr zugesetzt, so dass er Ende November in seinem Lieblingssessel, einem geliebten Krimi in der Hand und seinem treuen Hund an der Seite friedlich eingeschlafen ist.

Diese Ereignisse haben mich sehr bewegt und auch sehr mitgenommen, so dass ich in den folgenden Monaten sehr unter Angstzuständen und Depressionen litt. Die gemeinsame Hilfe meiner Schwester, ihres Freundes und nicht zuletzt meiner Freundin haben mir nach langer Zeit wieder auf die Beine geholfen, aber es musste ein Branchenwechsel her, das Agenturgewerbe hat mich in den letzten Jahren dann doch zusehr ausgelaugt.

Seit Mitte 2009 bin ich nun bei der Bundesagentur für Arbeit beschäftigt (bitte legt die Pflastersteine wieder weg) im Bereich Statistik (ja, auch die Fackeln und die Heugabeln bitte weg) als Assistent für den Bereich Internet & Intranet - wobei meine momentane Hauptaufgabe ist, das Intranet auf Vordermann zu bringen und zu überarbeiten. Und auch diesmal komme ich um TYPO3 nicht rum :)

Und für die Zukunft... schauen wir mal, was kommt.